Textilindustrie

Tex|til|in|dus|trie auch: Tex|til|in|dust|rie 〈f. 19Gesamtheit der Unternehmen, die Textilien herstellen u. verarbeiten; Sy Textilhandel (2)

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Tex|til|in|dus|t|rie, die:
Industriezweig, der Waren aus Textilien herstellt.

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Textil|industrie,
 
Textilgewerbe, zum Verbrauchsgüter produzierenden Gewerbe gehörender Wirtschaftszweig, dessen Betriebe die Textilrohstoffe (Baumwolle; Wolle; Chemiefasern; Seide und Bastfasern) verarbeiten. Die einzelnen Produktionsbereiche werden in vier Verarbeitungsstufen gegliedert: Spinnstoffaufbereitung (Wäscherei, Kämmerei), Spinnstoffverarbeitung (Spinnerei), Garnverarbeitung (Zwirnerei, Weberei, Maschenindustrie, Strickerei, Wirkerei) und Textilveredlung.
 
Die Textilindustrie, der älteste Industriezweig in den Industrieländern, war traditionell lohnintensiv. Nach dem Zweiten Weltkrieg vollzogen sich Entwicklungen, die einen strukturellen Wandel bewirkten. Neue Akzente setzte das Aufkommen der Chemiefasern; weit greifende Änderungen wurden hervorgerufen durch die Revolutionierung der Produktionstechnik, die zu einer nahezu vollständigen Automatisierung der Erzeugung und zum Rückgang der Beschäftigtenzahl führte. Der Einsatz modernster Produktionstechniken schlug sich in wachsenden Kosten je Arbeitsplatz nieder; die Textilindustrie wurde damit zu einem kapitalintensiven Industriezweig. Die Folge waren beachtliche Produktionssteigerungen. Die zunehmende Wettbewerbsintensität erforderte eine Erneuerung des Maschinenparks in kurzen Abständen und damit hohe Investitionen, die kleinere Betriebe häufig nicht erbringen konnten. Aus diesen u. a. Gründen kam es zu einer starken Unternehmenskonzentration.
 
Eine herausragende Rolle spielen die Textilwaren im Welthandel. Die Entwicklungsländer, deren Industrialisierung meist mit dem Aufbau einer Textilindustrie begann, und auch die ehemaligen Staatshandelsländer haben daran erheblichen Anteil. Beide Gruppen haben in der Textilindustrie besonders niedrige Löhne, was zu protektionistischen Maßnahmen aufseiten der Industrieländer führte; um die daraus erwachsenden Probleme zu lösen, wurde das Welttextilabkommen abgeschlossen.
 
In Deutschland sind die 19 Textilfachverbände im »Gesamtverband der Textilindustrie in der Bundesrepublik Deutschland - Gesamttextil - e. V.«, Sitz: Eschborn, zusammengeschlossen. Der Umsatz der Textilindustrie der EU belief sich 1997 auf 110 Mrd. ECU; beschäftigt waren 1,2 Mio. Personen. In den 1 200 Unternehmen der deutschen Textilindustrie waren 131 500 Personen beschäftigt, die einen Umsatz von 31,7 Mrd. DM erwirtschafteten. - Die ostdeutsche Textilindustrie erlebte mit dem Übergang zur Marktwirtschaft einen radikalen Strukturwandel, v. a. deshalb, weil ihre Märkte in Osteuropa wegfielen. Die Zahl der Beschäftigten sank von 219 000 vor der deutschen Einheit auf (1997) 17 000.
 
 
Tb. für die T. (1951 ff.);
 M. Breitenacher: T. im Wandel (1989);
 F.-X. Bumiller: Internationalisierungsstrategien im Textilsektor (1989);
 M. Frielinghaus-Turowski: Qualitätssicherungssysteme für die T. (1994);
 B. Wulfhorst: Textile Fertigungsverfahren. Eine Einführung (1998).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Kleidung: Vom Grundbedürfnis zur Massenware
 
Textilien: Geschichte der Herstellungstechniken
 
Textiltechnik: Natur- und Kunstfasern
 
Textiltechnik: Garne
 
Textiltechnik: Gewebe, Maschenware, Filze und Vliesstoffe
 
Textilveredlung: Veränderung von Fasern
 
Textiltechnik: Fertigung von Bekleidung
 
Textilindustrie: Produktion in aller Welt
 
Textilien: Trageeigenschaften und Unverträglichkeiten
 

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Tex|til|in|dus|trie, die: Industriezweig, der Waren aus Textilien (1) herstellt.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Textilindustrie — (hierzu Textbeilage »Geschichte der Textilindustrie«), die Gesamtheit aller Arbeiten, durch die aus Gespinstfasern Garne (Spinnerei), Gewebe (Weberei), Wirkwaren, Geflechte etc. hergestellt und zum Teil durch Bleichen, Appretur, Nähen, Sticken… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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